Ein Western unter Wasser – Outlaws im Trocki

Hallo Zusammen,

anbei ein Filmtipp für die kommende Woche. Am Montagabend, 13.03.2017 um 21:45 Uhr läuft auf dem Sender ARTE der Film „Pionier“. Eine Aquaschlacht um das schwarze Gold…. Tauchthriller aus Norwegen das mit Verschwörungstheorien und klaustrophobischen Bildern und der guten Musik von AIR nur so wabbert…

Kurz zum Plot – ohne zu Spoilern 🙂
Der Mond ist fern, das Meer scheint nah. Und doch ist der Boden der Tiefsee für den Menschen fast so unerreichbar wie der Himmelskörper. Passt also, dass die Froschmänner, die in dem norwegischen Taucher-Thriller „Pioneer“ in 320 Meter Tiefe den Meeresboden berühren, stolz die Landesflagge aufstellen und dort in der Strömung der Nordsee wabern lassen. Die Eroberung der Tiefsee, inszeniert wie die Eroberung des Weltraums. Ein kleiner Flossenschlag für den Taucher, ein großer Schritt für Norwegen.

Tiefsee-Thriller: Testosteron in der Druckkammer
Die Nutzbarmachung der Ressourcen unter der Nordsee – eine gerechte und saubere Sache? Eben nicht ganz: Denn der Film erzählt die Erschließung des Meeresbodens als klassischen und somit auch dreckigen frontier-Stoff. Die Verlagerung der Grenzen, der Aufbruch in neue Regionen ist nichts für Zimperliche, Chemie und Spezialkleidung sind die einzigen Waffen bei der Land- oder besser Wassernahme.

„Pioneer“ ist ein Tiefsee-Western, seine Helden sind Outlaws in Trockis. So wie die beiden Brüder Petter (Aksel Hennie) und Knut (André Eriksen), zwei Testosteronkerlchen mit Schnauzern, von denen Billy the Kid nur träumen konnte.

Der Film beschreibt den Kampf um die Hoheit auf dem Meeresboden als gnadenloses körperliches Ringen. Es geht sogar noch einen Schritt weiter: Das Überwinden der räumlichen Grenzen wird hier immer auch zu einem Überwinden der eigenen körperlichen Grenzen. In den Verfolgungsjagden zu dem Verschwörungsszenario wird so ziemlich jede Tauchlaborgemeinheit zwischen Atementzug und Kompressionszumutung durch.

Der aberwitzig zugespitzte Plot hat einen sehr realen Hintergrund: 17 Öl-Taucher sollen bei der Eroberung der Tiefsee in den Siebziger- und Achtzigerjahren an den Folgen ihrer Einsätze gestorben sein. Erst im Dezember 2013 wurde den Angehörigen bei einer Klage gegen den Staat Norwegen vor dem Europäischen Gerichtshof recht gegeben, weil die Opfer nicht genug über die Gefahren ihres Einsatzes informiert worden waren. Eine späte Anerkennung der Flossen-Cowboys.

Unsere Empfehlung: Unbedingt anschauen!

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